Eine schöne und erlebnisreiche Wanderwoche verbrachten die NABU Mitglieder von Nonnenroth und Holzheim/Dorf-Güll/Grüningen im Nationalpark Hohe Tauern. Auf ihrer Fahrt über die wohl schönste
Panoramastraße Europas veränderte sich Kilometer für Kilometer die Welt. Auf über 2500 Meter Seehöhe regiert die faszinierende Schönheit der Natur mit Murmeltieren, Wasserfällen, uraltem
Gletschereis und dem höchsten Berg Österreichs, der Großglockner mit 3798 Metern.
Die Entstehung der Idee eines „Alpenparks“ bis zur Etablierung des Nationalparks Hohe Tauern wäre ohne das Engagement der Naturschutzakteure nicht möglich gewesen, so der NABU Vorsitzende Heinz
Weiss. Seit den ersten Bemühungen vor 100 Jahren, die Hohen Tauern unter dauerhaften Schutz zu stellen, wurde viel erreicht. Der über drei Bundesländer, Kärnten, Salzburg und Tirol gehende
Nationalpark ist heute ein Refugium für seltene Tier- und Pflanzenarten und bietet vielfältige Lebensräume, die einzigartig in den Alpen sind. Für Menschen aus Nah und Fern ist der Nationalpark
nicht nur ein Erholungsraum, sondern auch ein Ort, um die Natur zu erleben und zu entdecken.
Für die Naturfreunde aus Hessen war Matrei Ausgangspunkt für viele Wandertouren. Gleich
am ersten Tag war Kondition gefordert, 1.300 Höhenmeter mussten zur Bergstation Goldried, Ausgangspunkt des Europa-Panorama-Weges Kals - Matreier -Törl - Kals, geschafft werden. Von hier aus
waren zig Dreitausender zu sehen. Am nächsten Tag führte vom Parkplatz Lucknerhaus (1.918 m) aus eine leichte Wandertour hinauf ins Hochgebirge zur
Stüdlhütte.
Stets begleitet vom schroffen Gipfelaufbau von Österreichs höchstem Berg führte der Weg entlang des Ködnitzbaches zur Lucknerhütte (2.241 m). In Serpentinen ging es weiter zur Stüdlhütte, 2.802
Meter. Nach einer ausgiebigen Pause in der architektonisch außergewöhnlichen Hütte nahm man eine lohnende Abstiegsvariante durch das Teischnitztal nach Kals. Eine weitere Tour führte die Gruppe
auf einen einzigartigen Panoramaweg, der von der Kaiser-Franz-Josef-Höhe durch die sogenannten „Schatztunnels“ erreicht wurde. Ohne größere
Steigungen führte der Weg oberhalb des größten Gletschers der Ostalpen, der Pasterze, mit grandiosem Blick auf den Großglockner zur Gamsgrube. Die Jagdhausalmen (2.009 m) im hinteren
Defereggental sind die ältesten Almen Österreichs und ein Pflichtbesuch für jeden Nationalparkwanderer. Die aus Stein gebauten Almen wirken wie ein Gebirgsdorf aus dem Himalaja. Naturkundliche
Lehrtafeln geben Auskunft über viele Besonderheiten in diesem Tal unter anderem über den größten Zirbenwald der Ostalpen. Bei der Durchquerung des Schwarzbachtales konnten Bartgeier und
Steinadler beobachtet werden. Weitere Wanderungen führten durch das Umbaltal zur Clarahütte (2.036 m). Hoch über dem Talkessel von Matrei thront die
Zunigalm (1.846 m). Von hier aus genießt man bei schönem Wetter einen atemberaubenden Panoramablick ins Tauern- und Virgental, auf die Glockner-, Granatspitz-, Venediger- und Schobergruppe.
Leider löste sich an diesem Tag der Nebel nicht auf. Dafür ließ man sich von der Hüttenwirtin mit der weitum bekannten Süßspeise, des legendären Schwarzbeeromlett, verwöhnen.